The A-Team (2010)

Als grosser Fan der Fernsehserie war ich skeptisch, als ich erfuhr, dass eine Filmversion der Abenteuer von Hannibal, Face, Murdock und B.A. ins Kino kommen soll. Leider wurden meine Befürchtungen bestätigt. Aber dazu später mehr.
Hannibal (Liam Neeson) entkommt korrupten Mexikanern und will den ebenfalls gefangenen Face (Bradley Cooper) befreien. Der auf dem Weg dorthin von Hannibal überfallene B.A. (Quinton “Rampage” Jackson) wird kurzerhand zum Verbündeten. Nach der geglückten Rettung überreden sie den geisteskranken Piloten Murdock (Sharlto Copley), sie nach Amerika zu fliegen, immer noch verfolgt vom Mexikaner. Acht Jahre später sind die vier eine Elite-Einheit im Irak-Krieg, das Alpha- oder kurz A-Team. Der CIA-Agent Lynch überredet sie, in Bagdad Falschgeld inkl. Druckplatten zu stehlen. Bei ihrer Rückkehr luchsen Böse (die deutsche Sicherheitsfirma “Schwarzwald”) die Platten ab und ermorden den einzigen, der von der Mission wusste. In der Folge werden sie vom Kriegsgericht für den Diebstahl verurteilt und ins Gefängnis gesteckt. Lynch will, dass das A-Team den Schwarzwäldern die Druckplatten wieder abjagen. Also brechen sie aus dem Gefängnis aus, holen Murdock aus der psychiatrischen Klinik und fliegen nach Deutschland. Kurz vor dem Ziel wird ihr Flugzeug abgeschossen. Sie überleben im Panzer, der trotz Fallschirm zu schnell abstürzt. Dank dem Rückschlag von Kanonenschüssen stürzt der Panzer in einen See, die vier überleben. Es folgt der Showdown in Frankfurt.
Das A-Team ist eine der erfolgreichsten Fernsehserien der 80-er Jahre und erreichte in den USA mit der zweiten Staffel über 20 Millionen Zuschauer. Nach der fünften Staffel und stetig sinkenden Zuschauerzahlen wurde sie abgesetzt. Offenbar gab es schon Mitte der 90er-Jahre erste Pläne für einen Film. Wieso? Wie wir schon bei andern Neuverfilmungen von Kultserien feststellen mussten: Um damit Geld zu machen. Dies lohnt sich schon nur dank der Gewissheit, mindestens ein paar der früheren Fans ins Kino locken zu können. Das sind dann schon mehr garantierte Zuschauer als bei einem gänzlich neuen Film mit identischer Handlung aber neuem Titel.
Dass es nicht nur aufs Auto ankommt, hatten uns bereits die Schauspieler in der Serie “Dukes of Hazzard” bewiesen: Wegen eines Lohndisputs spielten sie in der fünften Staffel nicht mit; die Idee des Produzenten, die Figuren durch ihre Cousins zu ersetzen, bewährte sich nicht. Und apropos Auto: Die andern Neuverfilmungen von Serien machten sich wenigstens die Mühe, das charakteristische Auto der Serie genaustens zu übernehmen. Nicht jedoch hier: Dem Fan fallen zahlreiche Unterschiede auf. Absicht oder Nachlässigkeit?
Genauso ahmen auch die Schauspieler nur die Rollen nach, können sich aber nicht richtig in sie hineinversetzen. Während Liam Neesons Hannibal zwar gut gespielt ist, erinnert mich seine Zigarrenraucherei mehr an Jean-Paul Belmondo in “À bout de souffle”. Die Leistung der übrigen Schauspieler finde ich nicht erwähnenswert. Obwohl: Bei all der zu stark übertriebenen Action ist es auch schwierig, schauspielerische Leistung zu zeigen. Den grössten Wandel gegenüber der Serie hat übrigens Murdock durchgemacht: War er damals noch harmlos und liebenswert, wird er im Film als unberechenbarer, gemeingefährlicher Psychopath dargestellt.
Das Beste am Film fand ich die Nennung von “Reginald Barclay” im Vorspann zum Film, der in der Psychiatrischen Klinik gezeigt wird. Das ist der Name der Figur, die Original-Murdock-Schauspieler Dwight Schultz in Star Trek spielt (mit Auftritten in The Next Generation, Deep Space Nine und Voyager ist er meines Wissens sogar die einzige Figur, die in drei verschiedenen Star Trek-Serien vorkommt). Die Cameo-Auftritte von ihm und dem Original-Face habe ich nicht bemerkt.
Schon in der A-Team-Episode “Plagiatoren” (3. Staffel 9. Episode) haben sich drei Weisse und ein Afroamerikaner in einem Van als A-Team ausgegeben. Das macht aber – wie auch im Film – noch lange kein A-Team aus.





2 von 5 Küken: Auch diese Neuauflage einer erfolgreichen Fernsehserie der 80er-Jahre ist reine Geldmacherei.



















