Up! (2009) (DE: Oben)
Als die ersten Details zum neuen Pixar Film “Up” bekannt wurden, war ich etwas skeptisch: Eine Geschichte, die von einem alten Mann handelt, der sich mit einem von Ballons getragenen Haus auf und davon macht und dabei von einem nervigen Pfadfinder begleitet wird? Na ja, mein Interesse konnte diese Ausgangslage kaum wecken. Doch dann waren da plötzlich all diese unglaublich positiven Kritiken und der ganze Hype überzeugte mich dann schlussendlich doch, dem Film eine Chance zu geben.
Und was soll ich sagen: Die Kritiker hatten absolut Recht. Schon die ersten 10 Minuten von “Up” rührten mich mit der bewegenden Geschichte einer grossen Liebe beinahe zu Tränen. Soviel Feinfühligkeit und Wahrheit habe ich bisher in einem Animationsfilm noch nicht gesehen. Nach diesem Intro fällt es leicht, mit dem grummeligen alten Protagonisten Carl mitzufühlen, als er sich dafür entscheidet, mit tausenden bunten Ballons vor der Altersheimeinweisung zu flüchten. Auf seiner Reise entwickelt der Griesgram ungeahnte Kräfte und viel Energie.
Diese wundersame Verwandlung hat er vor allem seinem kleinen blinden Passagier Russel, dem Abzeichen-jagenden Pfadfinder zu verdanken. Klar, Russel stellt viele Fragen und führt sich generell auf, wie sich ein etwas übergewichtiger kleiner Junge halt aufführt. Trotzdem geht er einem nicht auf die Nerven und nach und nach erweicht er mit seiner Naivität und seinem Enthusiasmus auch das Herz von Carl. Zu den zwei ungleichen Abenteurern gesellt sich meine absolute Lieblingsfigur dieses Films und meiner Meinung nach die beste animierte Repräsentation eines Hundes, die ich je gesehen habe: Dug, der “sprechende” Hund (sein futuristisches Hundehalsband wandelt seine Gedanken in Worte um – ein Gimmick, das später im Film für einige tolle Lacher sorgt). In Dug erkenne ich jeden Hund wieder, den ich je besessen habe. Seine naive Überschwänglichkeit und bedingungslose Treue könnten manchem Hundefreund bekannt vorkommen.
Zusammen erleben Carl, Russel und Dug ein rasantes Abenteuer in der südamerikanischen Wildnis, wobei sie auf verrückte Paradiesvögel, verschollene Abenteurer und fliegende Hunde treffen. Die Handlung geht rasant voran und wird – wie bei Pixar üblich – mit viel Humor, Originalität und Herz erzählt. Auch typisch Pixar ist die atemberaubende und farbintensive Animation. Ich bin immer noch der Meinung, dass Dreamworks und Co. noch einiges von Pixar lernen könnten.
“Up” ist nicht nur ein wundervoller Animationsfilm, sondern auch eine tolle Komödie, ein aufregender Abenteuerfilm und eine berührende Liebesgeschichte. Dies ist erst an zweiter Stelle ein Kinderfilm, denn einige Szenen sind ziemlich furchteinflössend und vielleicht etwas zu aufregend für sehr kleine Zuschauer. Aber “Up” ist vor allem eines: Ganz grosses Kino mit einem verdienten Oscar für den besten Animationsfilm.





5 von 5 Küken: Herz, Abenteuer und Humor in wunderschönen Bilder.













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